Geschäftsstelle
Hauptstadtregion Schweiz
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Sehr geehrte Mitglieder
Sehr geehrte Damen und Herren
Im Jahr 2025 hat die Hauptstadtregion Schweiz erneut ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, die politischen, institutionellen und wirtschaftlichen Kräfte ihrer fünf Mitgliedskantone für gemeinsame Anliegen zu vereinen. Während das nationale Umfeld von starken Haushaltszwängen und Debatten über Infrastruktur, territorialen Zusammenhalt und Zweisprachigkeit geprägt ist, hat sich der Verein für eine starke Positionierung unserer Region als innovativer Lebens- und Wirtschaftsraum eingesetzt.
Das 13. Forum, das in Naters zum Thema Grossveranstaltungen organisiert wurde, hat das Potenzial der Region als Austragungsort für nationale und internationale Grossveranstaltungen aufgezeigt und gleichzeitig die hohen Anforderungen an Planung, Zusammenarbeit und regionale Verankerung hervorgehoben. Dieses Treffen bot auch die Gelegenheit, zum dritten Mal den «Preis für Zweisprachigkeit» zu verleihen und unser Engagement für den kulturellen Nachwuchs zu bekräftigen.
Auf institutioneller Ebene war die Mitgliederversammlung in Solothurn mit der Anpassung der Statuten und der Aufnahme neuer Mitglieder in den Vorstand ein wichtiger Meilenstein. Gleichzeitig setzte die Hauptstadtregion Schweiz ihre Arbeit in den Bereichen politische Koordination und Stellungnahme zu wichtigen Themen im Einklang mit ihren sieben strategischen Schwerpunkten fort. Hervorzuheben sind die Verfolgung des Entlastungsprogramms 2027 sowie des Berichts Weidmann, der als Grundlage für die Ausarbeitung der nächsten Etappen des Ausbauprogramms STEP für Schiene und Strasse dienen wird.
Im Namen der Hauptstadtregion Schweiz danken wir allen Mitgliedern und Partnern herzlich für ihr kontinuierliches Engagement. Ihr Beitrag ist unerlässlich, um in unsere Region zu die Zusammenarbeit, die Innovation und den Dialog im Dienste des nationalen Zusammenhalts zu pflegen.
Didier Castella, Co-Präsident
Andrea de Meuron, Co-Präsidentin
Im Jahr 2025 hat die Mitgliederversammlung (MV) den Freiburger Staatsrat Didier Castella für ein weiteres Jahr als Co-Präsidenten der Hauptstadtregion Schweiz wiedergewählt. Andrea de Meuron, Gemeinderätin der Stadt Thun, war im vergangenen Jahr für eine Amtszeit von zwei Jahren in dieses Amt gewählt worden.
Die Mitgliederversammlung hat vier neue Mitglieder in den Vorstand gewählt:

Die Generalversammlung hat den vom Vorstand vorgelegten Antrag zur Änderung der Statuten angenommen. Diese Änderung zielte darauf ab, die Beiträge der Städte und Regionalkonferenzen auf maximal CHF 50’000 zu begrenzen, damit diese nicht mehr bezahlen als die Kantone. Um das Stimmenverhältnis auszugleichen, werden die durch die Begrenzung wegfallenden Stimmen proportional auf alle Gemeinden, Städte und Regionalkonferenzen verteilt.
Die Überlegungen zu diesem Thema wurden von der Regionalkonferenz Bern-Mittelland (RKBM) angestossen, deren Beitrag denjenigen der Kantone überstieg.
Im vergangenen Jahr traf sich das Sekretariat der Hauptstadtregion Schweiz am Rande der Herbstsession mit einer Delegation des parlamentarischen Intergruppenausschusses. Diese Gespräche bieten die Gelegenheit, Themen zu vertiefen, die ein politisches Engagement des Vereins erfordern und mit der Positionierung der Region im Einklang stehen. Bei dieser Gelegenheit konnten verschiedene aktuelle Themen diskutiert werden. Im Zusammenhang mit der Einführung von Zöllen durch die USA auf Schweizer Exporte wurde die regionale Perspektive thematisiert, was zu einer Anfrage von Marie-France Roth Pasquier an den Bundesrat führte: 25.7867 | Welche Auswirkungen haben die amerikanischen Zölle auf die Regionen? Auch die Frage der Zweisprachigkeit wurde angesprochen und das Engagement der Hauptstadtregion Schweiz hervorgehoben, insbesondere im Zusammenhang mit der Beibehaltung des Französischunterrichts in den Primarschulklassen.
Seit ihrer Gründung nach den eidgenössischen Wahlen im Herbst 2019 besteht die parlamentarische Gruppe «Hauptstadtregion Schweiz» aus rund 35 nationalen Parlamentariern aus den fünf Mitgliedskantonen.
Der Vorstand setzt sich zusammen aus den Nationalrätinnen Marie-France Roth Pasquier (Die Mitte/FR) und Farah Rumy (SP/SO), den Nationalräten Philipp Bregy (Die Mitte/VS) und Christian Wasserfallen (FDP/BE), den Ständerätinnen Marianne Maret (Die Mitte/VS) und Céline Vara (Grüne/NE) sowie dem Ständerat Werner Salzmann (SVP/BE). Link zur Mitgliederliste.
Das 13. Forum der Hauptstadtregion Schweiz fand am Freitag, 21. November 2025, in Naters (VS) statt. Die jährliche Leitveranstaltung unseres Vereins stand unter dem Thema Grossveranstaltungen und versammelte rund 120 Personen aus Politik, Verwaltung, Tourismus und Wirtschaft. Das Forum ging von den folgenden Thesen aus: Grossveranstaltungen sind ein hervorragendes Schaufenster für eine Region, ihre Landschaften und ihre Infrastruktur. Sie bringen Menschen zusammen, schaffen einzigartige Erlebnisse und Erinnerungen und stärken die Identität einer Region. Aber sie erfordern ein hohes Mass an Planung, Organisation und Zusammenarbeit.
Die Vorträge gingen auf diese Aussagen ein: Dr. Anna Mehr-Wallebohr, Professorin an der Hochschule Luzern, erinnerte daran, dass Grossveranstaltungen eine sorgfältige Planung und ein umfassendes Risikomanagement erfordern. Sie betonte auch, wie wichtig klar definierte Zuständigkeiten, eine effektive Kommunikation und die Einbindung der lokalen Bevölkerung für den Erfolg solcher Veranstaltungen sind. Frédéric Favre, CEO des Vereins «Olympische und Paralympische Winterspiele Schweiz 2038» erklärt, wie sich eine Region gezielt aufwerten lässt, um zu einer bevorzugten Gastgeberin zu werden und Grossveranstaltungen anzuziehen. An einer lebhaften Podiumsdiskussion nahmen Tom Winter (CEO Bernexpo), Monica Rosenberg (Direktorin der Solothurner Filmtage), Thierry Steiert (Stadtpräsident Freiburg), Jean Studer (Präsident von «La Chaux-de-Fonds Capitale culturelle») und Didier Défago (CEO Ski-Weltmeisterschaften 2027 Crans-Montana) teil.
Das Forum hat bestätigt: Grossveranstaltungen bieten der Hauptstadtregion Schweiz vielfältige Chancen, die von der Stärkung des sozialen Zusammenhalts über die Förderung von Kultur und Innovation bis hin zur Belebung der Wirtschaft reichen. Die Teilnehmenden bekräftigten ihren Willen, die spezifischen Stärken der Region hervorzuheben, um deren Sichtbarkeit zu erhöhen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass eine erfolgreiche Umsetzung eine sorgfältige Planung, eine enge Zusammenarbeit und die Fähigkeit erfordert, Herausforderungen aktiv anzugehen.
Die Hauptstadtregion Schweiz nutzte dieses Treffen, um ihren «Prix du bilinguisme – Soutien à la relève culturelle dans la Région capitale suisse» («Preis für Zweisprachigkeit – Förderung des kulturellen Nachwuchses in der Hauptstadtregion Schweiz») zu verleihen. Die Jury unter dem Vorsitz von Glenda Gonzalez Bassi, Stadtpräsidentin Biel und Mitglied des Vorstandes der Hauptstadtregion Schweiz, zeichnete den jungen Berner Filmemacher Djibril Vuille für sein Filmprojekt «Schoggi» mit einem Preisgeld von CHF 15’000 aus. Der Film behandelt wichtige Themen wie Migration, Mehrsprachigkeit, kulturelle Identität und Kolonialgeschichte und spielt dabei kreativ mit dem Wechsel zwischen dem Berner Dialekt, Französisch und Wolof (eine Sprache aus dem nördlichen Zweig der westatlantischen Sprachfamilie).
Die Hauptstadtregion Schweiz organisiert ihre Aktivitäten nach sieben Schlüsselthemen, welche die Positionierung des Vereins gegen innen und aussen bestimmen. Nachfolgend die Übersicht der Projekte, an welchen im Jahr 2025 gearbeitet wurde:
Das politische Zentrum bleibt das bestimmende Merkmal der Hauptstadtregion Schweiz. Durch verschiedene Lobbying- und Kommunikationsprojekte trägt es zur Stärkung des nationalen politischen Zentrums bei. Die Nähe zu den Bundesinstitutionen ermöglicht der Wirtschaft und der Gesellschaft einen regionalen Mehrwert.
Public Affairs
Die Hauptstadtregion Schweiz hat sich in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe, der alle Mitgliedskantone angehören, für mehrere Geschäfte auf Bundesebene engagiert. Neben einem vierteljährlichen Bericht über die Bundes- und Parlamentsgeschäfte bereitet das Sekretariat im Auftrag des Vorstandes Stellungnahmen und Interventionen vor, sei es gegenüber dem Bund oder dem Parlament.
Entlastungspaket 27 für den Bundeshaushalt
Mit dem Entlastungsprogramm 2027 will der Bundesrat das Ausgabenwachstum reduzieren und 2027 2,4 Milliarden Franken sowie 2028 und 2029 rund 3 Milliarden Franken einsparen. Die Hauptstadtregion Schweiz hat sich an der entsprechenden Vernehmlassung beteiligt und insbesondere folgende Massnahmen kritisiert:
Der Bundesrat hat seine Botschaft am 19. September 2025 vorgelegt. Der Ständerat hat das Geschäft am 18. Dezember 2025 verabschiedet. Die Hauptstadtregion Schweiz und ihre Mitglieder engagieren sich weiterhin aktiv in den parlamentarischen Beratungen, entsprechend der in ihrer Stellungnahme zur Vernehmlassung vertretenen Position.
Bundesgesetz über die Unterstützung von Landesausstellungen
Vom 25. Juni bis 17. November 2025 lief die Vernehmlassung zum neuen Bundesgesetz über die Förderung von Landesausstellungen. In ihrer Stellungnahme nahm die Hauptstadtregion Schweiz den Entscheid des Bundesrats zur Kenntnis, sich aufgrund der angespannten Finanzlage vorerst nicht an einer Landesausstellung in den 2030er-Jahren zu beteiligen, lehnte jedoch einen grundsätzlichen Verzicht für die nächsten 15 Jahre ab. Sobald sich die finanzielle Lage verbessere, solle der Bundesrat den Entscheid revidieren. Zudem erachtet die Hauptstadtregion den vorgesehenen Bundesanteil von maximal 30 Prozent als unzureichend und fordert Finanzhilfen von bis zu 50 Prozent, da Landesausstellungen Projekte von nationaler Bedeutung darstellen.
Bericht Weidmann / Projekt «Verkehr 45»
Nach Angaben des Bundes wird die Umsetzung des Bahnangebots 2035 zusätzliche Kosten in Höhe von rund 14 Milliarden Franken verursachen. Gleichzeitig haben die Stimmberechtigten den Ausbau der Nationalstrassen 2023 abgelehnt. Angesichts dieser Herausforderungen hat das UVEK Professor Ulrich Weidmann von der ETH Zürich beauftragt, gemeinsam mit den betroffenen Akteuren alle Verkehrsausbauprojekte für den Zeitraum 2025–2045 zu bewerten und zu priorisieren. Der Bundesrat hat dieses Gutachten am 8. Oktober 2025 zur Kenntnis genommen und wird sich darauf stützen, um ab Januar 2026 die nächsten Schritte des PRODES-Programms für Schiene und Strasse sowie das Programm für den Agglomerationsverkehr bis 2045 festzulegen.
Die Hauptstadtregion Schweiz, deren zahlreiche Projekte im Bericht aufgeführt sind, hat das Gutachten analysiert und eine gemeinsame Position festgelegt. Sie wird sich weiterhin für eine starke Integration in die nationalen und internationalen Verkehrsnetze sowie für eine gute Anbindung innerhalb der Region einsetzen, insbesondere im Rahmen der für Juni 2026 geplanten Vernehmlassung.
Frühes Erlernen der französischen Sprache
In mehreren Kantonen der Deutschschweiz stellen politische Initiativen die Relevanz des frühen Französischunterrichts in Frage. Als Reaktion darauf beauftragte der Bundesrat das EDI am 19. September 2025 mit der Ausarbeitung eines Vernehmlassungsentwurfs mit dem Ziel, «die Bedeutung der Landessprachen und den Austausch zwischen den Sprachgemeinschaften zu gewährleisten».
Am 12. September 2025 beschloss der Vorstand der Hauptstadtregion Schweiz, dass sich der Verein weiterhin für die Beibehaltung des frühen Französischunterrichts und die Stärkung des Sprachaustauschs – insbesondere auf Primarstufe – einsetzen und auch in Zukunft eine Vorreiterrolle in Sachen Zweisprachigkeit spielen soll. Er beabsichtigt zudem, sich aktiv an der Debatte über diese wichtigen Themen zu beteiligen und neue konkrete Massnahmen umzusetzen.
Zölle
In Zusammenarbeit mit dem Ausschuss der interfraktionellen parlamentarischen Arbeitsgruppe hat das Sekretariat der Hauptstadtregion Schweiz eine Anfrage an den Bundesrat vorbereitet, die von Nationalrätin Marie-France Roth Pasquier in der Herbstsession 2025 eingereicht wurde. Bei den Massnahmen, die der Bund ergriff, um den Auswirkungen der 39-prozentigen Tariferhöhungen entgegenzuwirken, wurde ein nationaler Ansatz gewählt. Dieser Ansatz ignorierte regionale Unterschiede und berücksichtigte nicht die Besonderheiten bestimmter Branchen, die weitaus stärker betroffen waren als andere. Viele davon sind in der Hauptstadtregion der Schweiz angesiedelt (z. B. Uhrenindustrie, Agrar- und Lebensmittelindustrie, Chemie, Metallurgie, Maschinenbau, Präzisionstechnik).
Institut für Föderalismus
Im Februar 2025 verabschiedete der Bundesrat seine Botschaft zu einem neuen Bundesgesetz über die Finanzhilfen an das Institut für Föderalismus in Freiburg (IFF; 25.034). Unter Verweis auf die angespannte Finanzlage des Bundes schlug er dem Parlament vor, nicht auf die Gesetzesvorlage einzutreten und somit auf eine zusätzliche finanzielle Unterstützung des IFF zu verzichten.
Am 25. März 2025 forderte die Hauptstadtregion Schweiz die Mitglieder der Staatspolitischen Kommission des Nationalrats (SPK-N) auf, eine angemessene Finanzierung der IFF zu unterstützen, und betonte dabei die zentrale Rolle des Föderalismus für den nationalen Zusammenhalt und den Wert der nationalen und internationalen Aufgaben der IFF. Sie sprach sich damit für eine nachhaltige und klar geregelte Unterstützung durch den Bund aus. Im Juni 2025 beschloss der Nationalrat, auf dieses Geschäft nicht einzutreten; der Ständerat tat dasselbe im September 2025.
PolitExchange
Seit 2017 fungiert das Kompetenzzentrum «PolitExchange» im Namen der Hauptstadtregion Schweiz als Brücke zwischen ausländischen Delegationen und interessierten Behörden der Region. Im Rahmen des Programms wurden vierzehn Studienbesuche organisiert, die ein breites Spektrum an Themen im Zusammenhang mit Governance, Föderalismus, direkter Demokratie und der Verwaltung öffentlicher Dienstleistungen abdeckten. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden und Auftraggebenden, vor allem des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, waren sehr positiv. Die Behörden und Institutionen der Region haben den Wert dieses Austauschs hervorgehoben und sowohl das internationale Interesse an ihrer Arbeit als auch die Vorteile einer reflektierenden Auseinandersetzung mit ihren eigenen Praktiken geschätzt.
Im Rahmen einer internen Neuausrichtung hat Ximpulse beschlossen, die Leitung des Kompetenzzentrums aufzugeben, und den Kooperationsvertrag mit der Hauptstadtregion Schweiz per Ende 2025 gekündigt.
CAS Public Affairs
Dieser gemeinsame Studiengang wurde von der Berner Fachhochschule (BFH), der Hochschule für Wirtschaft Arc und der Hochschule für Wirtschaft Freiburg in Zusammenarbeit mit der Hauptstadtregion Schweiz ins Leben gerufen. Der CAS Public Affairs & Lobbying bietet einen zweisprachigen Doppelabschluss an der Berner Fachhochschule und der HES-SO. Der erste Jahrgang dieses Studiengangs hat 2017 seinen Abschluss gemacht. Der Studiengang wird in der Regel alle zwei Jahre angeboten. Ein neuer Studiengang begann im September 2024.
Auch im Jahr 2025 war die Förderung der Zweisprachigkeit wieder ein zentrales Thema unseres Vereins. Die Hauptstadtregion Schweiz hat zur Umsetzung folgender Projekte beigetragen:
«Prix du Bilinguisme»
Die Hauptstadtregion Schweiz hat ihren «Prix du Bilinguisme – Soutien à la relève culturelle dans la Région capitale suisse» / «Preis für Zweisprachigkeit – Förderung des kulturellen Nachwuchses in der Hauptstadtregion Schweiz» zum dritten Mal mit einem Stipendium in Höhe von insgesamt CHF 15’000 ausgeschrieben. Die Jury zeichnete den Berner Regisseur Djibril Vuille für sein erstes Spielfilmprojekt «Schoggi» aus Das Filmprojekt erzählt die Geschichte einer senegalesisch-schweizerischen Schülerin, die zu ihrer grossen Überraschung zum Gesicht einer Werbekampagne für Schweizer Schokolade wird. Das Werk behandelt zentrale Themen wie Migration, Mehrsprachigkeit, kulturelle Identität und Kolonialgeschichte – auf persönliche, prägnante Weise und mit starker gesellschaftlicher Relevanz. Der kreative Umgang mit Sprache prägt das Werk: Der Film wechselt fliessend zwischen Berner Dialekt, Französisch und Wolof und nutzt die Mehrsprachigkeit als narratives Mittel. Die Jury lobte dieses Projekt eines Filmemachers, der individuelle Konflikte mit universellen Fragen verbindet.
Die Ausschreibung lief vom 16. Juni bis zum 16. September 2025. Die eingereichten Projekte müssen sich mit Zweisprachigkeit oder Mehrsprachigkeit befassen und den Schwerpunkt auf den Austausch zwischen Sprachkulturen und das gegenseitige Verständnis legen. Darüber hinaus müssen die Projekte von aufstrebenden Kulturschaffenden vorgeschlagen werden, einen klaren Bezug zur Hauptstadtregion Schweiz haben und sich in einer entscheidenden Phase ihrer Entwicklung befinden. Die künstlerische Form ist frei wählbar. Es gingen sehr hochwertige Bewerbungen aus den Bereichen Film, Literatur, Theater, Musik, Ausstellungen und Radio ein.
Den Vorsitz der Jury hatte Glenda Gonzalez Bassi, Stadtpräsidentin von Biel und Mitglied des Vorstandes der Hauptstadtregion Schweiz. Weitere Mitglieder der Jury waren: Valentin Brügger, Co-Chefredaktor von Radio Fribourg; Barbara Lussi, Assistentin am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel; Stefanie Salzmann, Künstlerin; Stéphane Moret, Direktor der Region Murtensee; und Nicolas Raufaste, Co-Kurator und Koordinator des CAN Centre d’art Neuchâtel.
Sprachaustausch in Schulen
Das Programm «Sprachbad Immersion» fördert seit mehreren Jahren das Sprachenlernen von Jugendlichen in unserer Region. Im Jahr 2025 nahmen 79 Schülerinnen und Schüler aus der Hauptstadtregion Schweiz (Kantone Bern und Wallis) an einem Sprachaustausch im Rahmen des Programms «Sprachbad» teil.
SprachTANDEM
Die Sprach-TANDEMs sind ein Instrument, mit dem die Mitglieder der Hauptstadtregion Schweiz Mitarbeitende der Verwaltung aus verschiedenen Sprachregionen miteinander in Kontakt bringen können. Über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten treffen sich die Teilnehmenden in Zweiergruppen, je nach Bedarf und verfügbarer Zeit, um ihre mündlichen Kenntnisse in der Fremdsprache zu verbessern. Ein wichtiger Aspekt dieses Austauschs ist auch das Kennenlernen einer anderen Kultur.
Im Jahr 2025 haben 68 Personen ihr Interesse an TANDEMs zwischen Mitgliedern der Kantonsverwaltungen bekundet, 29 Personen an TANDEMs zwischen dem Inselspital, dem Freiburger Spital, dem Spitalzentrum Biel und dem Réseau de l’Arc. Link
Sprachaustausch für Lernende
Der Verein «Visite» organisiert Sprachaustausche für Lernende. Ziel ist es, sie mit Ausbildungsbetrieben, Berufsschulen und Gastfamilien in Kontakt zu bringen. So fanden im Jahr 2025 vier Austausche in der Hauptstadtregion Schweiz statt. Seit 2024 unterstützt die Hauptstadtregion Schweiz jeden Austausch in der Region mit CHF 1’000 pro Besuch, wobei der Höchstbetrag CHF 5’000 pro Jahr beträgt. Im Jahr 2025 hat sie im Rahmen der Reform der kaufmännischen Lehre zudem einen Antrag auf Unterstützung für den Aufbau einer Partnerschaft mit dem BBZ Olten bewilligt.
Reform der kaufmännischen Lehre
Im Rahmen der Reform der kaufmännischen Lehre, die im Sommer 2023 in Kraft getreten ist, wählen die Lernenden eine spezifische Option. Wenn sie sich für die spezifische Option «Sprache» entscheiden, können die Ausbildungsbetriebe im letzten Lehrjahr gemäss den kantonalen Richtlinien einen mehrmonatigen Sprachaustausch in Französisch oder Deutsch anbieten. Diese Option gilt erstmals für den Jahrgang 2025/2026.
Innerhalb der Arbeitsgruppe «Strategie» der Hauptstadtregion Schweiz entstand die Idee, den Austausch zwischen den Gemeinde- und Kantonsverwaltungen der Hauptstadtregion Schweiz zu ermöglichen und zu fördern und die Netzwerke zwischen den Ausbildungsverantwortlichen zu stärken. In Zusammenarbeit mit den Partnerinstitutionen werden derzeit Überlegungen zur konkreten Ausgestaltung des weiteren Engagements der RCS in diesem Bereich angestellt.
Die Hauptstadtregion Schweiz, nationale Verkehrsdrehscheibe und Schnittstelle der grossen Verkehrsachsen des Landes, setzt sich für eine gezielte und nachhaltige Entwicklung unserer Infrastrukturen ein.
Im Jahr 2025 hat unser Verband die politischen Entwicklungen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur aufmerksam verfolgt, insbesondere die Veröffentlichung des Gutachtens der ETH Zürich, bekannt als «Weidmann-Bericht» (siehe Punkt 2.1.1).
Dieses Thema war 2025 nicht Gegenstand neuer Projekte. Dennoch bleibt es für die Hauptstadtregion Schweiz, die über grosse Stärken im Bereich der Medizintechnik und der Wissenschaft verfügt, weiterhin wichtig. In der Vergangenheit hat sich die Hauptstadtregion Schweiz mit der «Plattform Gesundheit», der Zusammenarbeit zwischen Spitälern und der Gründung der «sitem-insel» stark in diesem Bereich engagiert.
In Zusammenarbeit mit den grossen Infrastrukturunternehmen strebt die Hauptstadtregion Schweiz eine intelligente Vernetzung der Infrastrukturen in den Bereichen Verkehr, Energie und Kommunikation an, welche die Lebensqualität der Bevölkerung erhöhen und gleichzeitig den Ressourcenverbrauch senken soll.
Im ersten Halbjahr 2024 begann die Hauptstadtregion Schweiz mit Überlegungen zu einer möglichen Weiterentwicklung dieses Schlüsselthemas.
Kerngruppe - Kreislaufwirtschaft
Im Jahr 2024 fiel der Entscheid, ein stärkeres Engagement im Bereich nachhaltige Entwicklung zu prüfen. Zur Ermittlung konkreter Bedürfnisse sowie des Mehrwerts eines Engagements der Hauptstadtregion Schweiz wurde eine Kerngruppe ins Leben gerufen, um Fachpersonen aus Verwaltungen und Unternehmen beizuziehen, die sich mit der Kreislaufwirtschaft befassen. Die Kerngruppe traf sich im Februar 2025 zum dritten Mal. Als Ergebnis der Arbeiten der Kerngruppe resultierte die Erkenntnis, dass sich das Engagement sich in einem ersten Schritt primär auf die Verwaltung fokussieren sollte. Fest stand: Es gibt in der Hauptstadtregion viele Akteurinnen und Akteure und Initiativen im Bereich der Kreislaufwirtschaft und das Interesse am Thema ist gross, doch bei der überregionalen Vernetzung und dem Austausch zwischen den Verwaltungen gibt es noch Potenzial. Dort sahen auch die Mitglieder der Hauptstadtregion Schweiz einen Bedarf.
Einer der Aspekte, den die Hauptstadtregion Schweiz für ihr Engagement im Bereich der Kreislaufwirtschaft als sinnvoll erachtete, war derjenige der öffentlichen Ausschreibungen. Aus der Perspektive der Verwaltung besteht im Bereich der öffentlichen Ausschreibungen ein grosser Hebel, um Materialkreisläufe zu verändern. Als konkrete Möglichkeit hierfür schlug die von der Hauptstadtregion Schweiz ins Leben gerufene Kerngruppe die Lancierung eines Pilotprojektes im Baubereich vor. Zirkuläre Lösungen sollten im Rahmen von Ausschreibungen gefördert beziehungsweise nicht mehr zu benachteiligt werden. Als Produkt des Pilotprojekts liesse sich beispielsweise ein Leitfaden erarbeiten, der danach anderen Verwaltungen zugänglich gemacht worden wäre. Nach einem Austausch der Geschäftsstelle der Hauptstadtregion mit Fachpersonen vom Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern sowie von Losinger Marazzi resultierte das Fazit, dass die Hauptstadtregion für ein solches Pilotprojekt nicht die geeignete Treiberin ist, da ein solcher Entscheid aus den Verwaltungen selbst kommen muss. Deshalb ist dieser Ansatz für die Hauptstadtregion – zumindest vorerst – pausiert.
Weiter entsprang den Diskussionen der Kerngruppe Kreislaufwirtschaft eine Idee bezüglich interner Schulungen zur Kreislaufwirtschaft für die Verwaltungen. Hierfür konnte sich die Geschäftsstelle der HRS unter anderem auf die wertvollen Inputs von Fachpersonen aus den Verwaltungen der Städte Burgdorf sowie Thun stützen. Im Raum stand, einen Erfahrungsaustausch zu initiieren oder Vorlagen anzulegen. In diesem Bereich stellte sich ebenfalls heraus, dass es keinen expliziten Bedarf nach einem eigenen Leitfaden von der Hauptstadtregion Schweiz gibt. Stattdessen konzentriert sich die Geschäftsstelle darauf, die im Rahmen der Arbeiten zur Kreislaufwirtschaft entstandene Wissenssammlung zu bündeln und auf der Website der HRS für alle zugänglich zu machen. Diese Seite mit nützlichen Ressourcen und «Best Practice»-Beispielen zur Kreislaufwirtschaft ist seit Ende des Jahres 2025 online und wird fortlaufend ergänzt, wenn der Hauptstadtregion Schweiz weitere entsprechende Angaben zugetragen werden.
Kompetenzzentrum SCAI – Swiss Center for Augmented Intelligence
Der Vorstand der SCAI hat sich mehrfach mit der Frage der Zukunft der SCAI befasst. Er kam zu dem Schluss, dass die Startfinanzierung, die auf Beiträgen der Kantone und Institutionen der Hauptstadtregion basierte, keine ausreichend stabile Budgetplanung ermöglichte, um eine Vereinsstruktur aufzubauen, wie sie ursprünglich angestrebt worden war.
SCAI wird sich zu einer flexibleren Organisationsform entwickeln, die den Austausch zwischen Forschern fördert und sich für die Förderung einer künstlichen Intelligenz im Dienste des Menschen einsetzt. Das in den ersten Phasen des Projekts aufgebaute Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wird weiterhin informell betrieben, um die Synergien zwischen den akademischen Einrichtungen der Hauptstadtregion zu erhalten. Diese bieten ein grosses Potenzial für die multidisziplinäre Forschung. Darüber hinaus ist das Konzept der Augmented Intelligence, das im Mittelpunkt von SCAI steht, weiterhin von Interesse und Gegenstand von Forschungsprojekten in mehreren akademischen Einrichtungen der Region, was die Relevanz der begonnenen Überlegungen belegt.
Der Cluster Food & Nutrition, der vom Verein Hauptstadtregion Schweiz getragen und mehrheitlich von der Neuen Regionalpolitik NRP des Kantons Freiburg finanziert wird, setzt seine Aktivitäten mit Dynamik fort. Über 190 Mitglieder und Partner aus den Bereichen Lebensmittel, Landwirtschaft, Verpackung und Vertrieb sowie aus Forschungs- und Bildungseinrichtungen, dem öffentlichen Sektor und Berufsverbänden gehören derzeit zum Netzwerk des Clusters. Der Cluster ist auch für die Koordination der Agrar- und Ernährungsstrategie des Kantons Freiburg und des Innovationsboosters «Future Food Farming» zuständig.
Die Hauptstadtregion Schweiz verfolgt die Aktivitäten des Clusters aufmerksam und nimmt insbesondere an den Sitzungen seines Komitees teil. Darüber hinaus unterstützt sie ihn insbesondere bei seiner interregionalen Entwicklungsstrategie und in Kommunikationsfragen. Seit 2025 leistet die Hauptstadtregion Schweiz dem Cluster finanzielle und kommunikative Unterstützung bei der Organisation von Veranstaltungen in den Kantonen Wallis, Neuenburg, Bern und Solothurn.
Im Jahr 2025 konnte der Cluster eine Veranstaltung im Wallis bei Biofruits (zum Thema gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen und Dienstleistungen) und in Neuenburg (zum Thema Innovation in der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft) unter Beteiligung lokaler Akteure aus der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft organisieren. Die Veranstaltungen zählten jeweils mehr als 40 Teilnehmende und ermöglichten es insbesondere, konkrete Beispiele für die gemeinsame Nutzung hervorzuheben und den Austausch zwischen Unternehmen und Institutionen im Hinblick auf mögliche zukünftige Projekte zu fördern.
Die Hauptstadtregion Schweiz bietet Raum und Potenzial für nachhaltige Projekte im Bereich der Raumplanung und der wirtschaftlichen Entwicklung. Sie setzt sich dafür ein, dass Entwicklungspotenziale erkannt und innovative Projekte an geeigneten Standorten realisiert werden.
Agglomerationen - Agglorat
Seit dem Forum 2023 in Ittigen zum Thema Agglomerationspolitik leitet das Sekretariat der Hauptstadtregion Schweiz eine Arbeitsgruppe – den «Agglo-Rat» –, in der die in ihrem Gebiet tätigen Agglomerationen vertreten sind.
Im Jahr 2025 nahm der «Agglomerationsrat» an der öffentlichen Vernehmlassung zum Entwurf der «Richtlinien für das Programm zur Förderung des Agglomerationsverkehrs (DPTA)» teil. Diese Richtlinien müssen bei der Ausarbeitung von Agglomerationsprojekten ab der 6. Generation angewendet werden.
Die Arbeitsgruppe bleibt aktiv und einsatzbereit, um politische Ereignisse und Herausforderungen, die die Agglomerationspolitik des Bundes prägen, zu diskutieren und zu koordinieren. Ebenso ermöglicht der «Agglo-Rat» den Austausch von Praktiken und Erfahrungen mit den neuen Instrumenten, die vom Bund eingesetzt werden.
Aktualisierung des «Raumkonzepts Schweiz»
Seit 2023 führt das Bundesamt für Raumentwicklung ARE in Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnerorganisationen eine umfassende Überarbeitung des «Raumkonzepts» durch. Die Hauptstadtregion Schweiz ist an diesem Prozess beteiligt und hat an mehreren Konzeptionsworkshops teilgenommen. Bereits seit 2024 beteiligt sich unser Verband an der Überarbeitung des Teils des Konzepts, der ihn in erster Linie betrifft, nämlich des Teils, der den Aktionsräumen gewidmet ist. In diesem Zusammenhang wird unsere Region im «Raumkonzept» ausdrücklich als eine der wichtigsten Regionen unseres Landes anerkannt. Das Konzept der Handlungsräume ermöglicht es den Akteuren der betreffenden Region, strategische Leitlinien für die Raumplanung bis zum Jahr 2050 zu formulieren.
Im Jahr 2025 wurden die endgültigen Texte den Mitgliedern und anderen institutionellen Akteuren der Schweizer Hauptstadtregion zur internen Konsultation vorgelegt und anschliessend an das ARE zur endgültigen Ausarbeitung des «Raumkonzepts» weitergeleitet. Dieses wird im April 2026 vom Bundesrat, der Konferenz der Kantonsregierungen, dem Schweizerischen Städteverband und dem Schweizerischen Gemeindeverband verabschiedet werden. Das Dokument dient als Orientierungsrahmen für alle staatlichen Ebenen und beschreibt, wie das Land in Zukunft gestaltet werden soll. Angesichts des begrenzten Raums in der Schweiz ist ein umsichtiger Umgang mit Boden und natürlichen Ressourcen unerlässlich. Neben der Förderung einer starken Wirtschaft und funktionierender Verkehrsnetze müssen auch erneuerbare Energiequellen und Naturlandschaften für Freizeit und Nahrungsmittelproduktion berücksichtigt werden. Das Konzept formuliert Ziele und Strategien für eine nachhaltige Zukunft. Bis 2050 sollen attraktive und klimafreundliche Räume entstehen, die sich durch einen starken regionalen und sozialen Zusammenhalt auszeichnen.
Der Verein Hauptstadtregion Schweiz finanziert sich über Mitgliederbeiträge, welche zu gleichen Teilen durch die Kantone sowie durch die Städte, Gemeinden und Regionalorganisationen getragen werden. Die fünf Kantone zahlen je CHF 50’000, bei den weiteren Mitgliedern richtet sich der Beitrag nach der Bevölkerungszahl.
Einzelne Projekte werden über zusätzliche Beiträge der Kantone, sowie Bundesmittel und Beiträge aus der Wirtschaft mitfinanziert.
Für das Jahr 2025 wurde ein Budget mit einem kleinen Defizit aufgestellt. Das Jahr schloss mit einem ausgeglichenen Ergebnis ab. Die Hauptstadtregion Schweiz verfügt über eine solide finanzielle Basis. Das Eigenkapital beläuft sich auf CHF 325’000.